Psychologie-Schreibtipps Part 6: Die richtige Perspektive richtig nutzen - Teil 2
- Vinachia Burke

- 28. Juni 2022
- 2 Min. Lesezeit
Wann ist die Ich-Perspektive eigentlich besonders zu empfehlen? - Immer dann, wenn ein anderer Charakter als der Erzähler im Vordergrund stehen soll.
Im letzten Beitrag hatte ich bereits erklärt, dass ein Ich-Erzähler die Wahrnehmung des Protagonisten als eigenständigen Charakter behindert. Das kann man sich aber besonders dann zunutze machen, wenn der eigentliche Protagonist eines Buches NICHT gleichzeitig der Erzähler sein soll.
Wann kann das gut sein?
Wenn ein Ich-Erzähler die Geschichte eines anderen als Augenzeuge berichtet, wird sie besonders glaubwürdig und immersiv. Im 20. Jahrhundert handelte es sich dabei sogar um ein sehr beliebtes Stilmittel. Eines der bekanntesten Beispiele ist hierfür „Der große Gatsby“.
Als Augenzeuge tritt der Ich-Erzähler nicht nur in den Hintergrund, sondern schützt sich auch vor der Kritik des Lesers, denn da er meistens nicht der wichtigste Handlungsträger ist, sondern nur beschreibt, was er sieht und in das Verhalten des Protagonisten hineininterpretiert, bleiben bekannte Leserprobleme wie „Ich konnte mich gar nicht mit dem Hauptcharakter identifizieren!“ aus.
Und was macht die Er-/Sie-Perspektive aus? Sie besitzt gegenüber der Ich-Perspektive einen entscheidenden Vorteil:
Der Protagonist wird stärker als eigenständiger Charakter wahrgenommen, weil die Pronomen der dritten Person eine komfortable kognitive Distanz für den Leser schaffen. Auch erleichtert diese Perspektive die Arbeit mit unterschiedlichen Perspektiven innerhalb einer Geschichte. Selbstverständlich kann ein Buch mit wechselnden Perspektiven auch in der ersten Person geschrieben werden, aber diese Schreibart erschwert es dem Leser sich zu erinnern, in wessen Perspektive er gerade steckt, weil für ihn „ich“ immer nur „ich“ ist.
Diese kleine zusätzliche Distanz der Er-/Sie-Perspektive erhöht das Identifikationspotenzial mit einem Charakter und damit auch den potenziellen Erfolg eines Buches.
Du glaubst mir nicht?
Mach selbst den Test: Zu jedem beliebigen Zeitpunkt wird die Bestsellerliste überwiegend aus Büchern bestehen, die in der Er-/Sie-Perspektive verfasst worden sind. Das gilt besonders für das Genre Fantasy, denn der Leser akzeptiert die Geschichte dadurch eher als von der eigenen Person losgelöst und lässt den Charakteren und der Welt mehr Raum, sich zu entfalten.
Allerdings gibt es hier eine Ausnahme: Romantasy
Fantasy ist erfolgreicher in der Er-/Sie-Perspektive - das gilt allerdings nicht für Romantasy.
Romantasy ist, wie der Name schon verrät, Romance plus Fantasy.
Wenn eine Liebesgeschichte der Haupt-Handlungstreiber einer Story ist, ist der Autor besser damit beraten, aus der Ich-Perspektive zu schreiben. Denn ein Leser, der in einer Liebesgeschichte versinken möchte, will genau das: versinken. Der Protagonist steht nicht als eigener Charakter im Vordergrund, sondern ist nur der Stellvertreter, durch den der Leser Gefühle von Verliebtheit erfahren möchte. Zusätzliche Distanz durch die Er-/Sie-Perspektive würde dem entgegenwirken.
Das soll erst einmal als kleiner Überblick zu den Erzählperspektiven reichen. Im nächsten Blogbeitrag geht es weiter mit dem Thema: Plotten, und warum das tatsächlich sinnvoll ist.
Alles Flauschige und viel Glitzer,
Vinachia 💖






Hallo! Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu diesem wirklich herausragenden Beitrag. Der Teil über die psychologischen Aspekte des Schreibens hat meine volle Aufmerksamkeit bekommen und verdient meiner Meinung nach noch viel mehr Beachtung. Das hat mich sofort dazu gebracht, über die praktische Anwendung nachzudenken. Eine Frage, die sich mir dabei aufdrängt, ist, wie man am besten in diesen Bereich einsteigt, wenn man noch keine Erfahrung damit hat. Gibt es da bestimmte erste Schritte, die Sie empfehlen würden? Ich finde es faszinierend, wie man durch die richtige Perspektive den Schreibprozess so positiv beeinflussen kann. Das ist wirklich eine geniale Erkenntnis, die ich mir definitiv als Referenz für zukünftige Schreibprojekte behalten werde. Ihre Arbeit ist einfach auf einem anderen Level. Machen Sie unbedingt…
Hallo zusammen, ich muss sagen, dieser Artikel hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Ich hatte eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht, als ich vor einiger Zeit an einem Schreibprojekt gearbeitet habe und mir nicht bewusst war, wie sehr meine eigene Perspektive alles beeinflusst hat. Es ist faszinierend, wie subtil diese psychologischen Mechanismen wirken können, und ich hätte nie gedacht, dass diese speziellen Schreibtipps aus dem Bereich der Psychologie so unglaublich hilfreich sein würden. Ich bin wirklich beeindruckt, was da alles drinsteckt und wie tiefgreifend man mit der richtigen Herangehensweise an seine Texte herangehen kann. Ein riesiges Lob dafür, dass Sie Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen so offen teilen. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Inhalte noch viel mehr Menschen erreichen sollten,…
Hallo zusammen, ich muss sagen, der Beitrag über die richtige Perspektive in der Psychologie hat mich wirklich gefesselt. Es ist faszinierend, wie sehr die Art und Weise, wie wir etwas betrachten, unsere Wahrnehmung und unser Verständnis beeinflussen kann. Ich finde es besonders spannend, wie Sie darauf eingehen, dass die Wahl der Perspektive nicht nur eine akademische Übung ist, sondern tiefgreifende Auswirkungen auf die Praxis hat. Das hat mich an meine eigenen Erfahrungen erinnert, als ich versucht habe, ein komplexes Problem aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, um eine Lösung zu finden. Manchmal ist man so auf eine Sichtweise fixiert, dass man die offensichtlichsten Antworten übersieht. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich dieser Themenbereich in zukünftigen Beiträgen weiterentwickeln wird. Gibt es…
Wow, dieser Beitrag ist wirklich klasse! Ich muss sagen, das ist einer der besten Artikel, die ich hier in letzter Zeit gelesen habe, und das will schon etwas heißen. Besonders der Punkt, wie man die richtige Perspektive einnimmt, hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Wenn ich darüber nachdenke, stimme ich da voll und ganz zu. Es ist so leicht, sich in seinen eigenen Gedanken zu verlieren und die Dinge nur aus einem Blickwinkel zu sehen https://simsinos-de.de/ Ich hatte da neulich eine ähnliche Erfahrung mit einem Projekt, bei dem ich einfach nicht weiterkam. Erst als ich versucht habe, die Situation aus der Sicht eines Freundes zu betrachten, ist mir die Lösung eingefallen. Das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, mal…
Absolut faszinierend, was Sie hier wieder mal auf den Tisch legen! Diese Analyse zur Perspektive im Schreiben ist wirklich Gold wert und ich finde, sie lohnt sich definitiv, weiter erforscht zu werden. Ehrlich gesagt, hat mich das stark an meine eigenen Versuche erinnert, psychologische Konzepte in meine Texte zu integrieren. Es ist gar nicht so einfach, die richtige Balance zu finden, oder? Ich würde mich riesig über einen Folgeartikel freuen, der vielleicht noch tiefer in die praktischen Aspekte eintaucht https://rollingslots1.de Wie genau setzt man diese Erkenntnisse am besten um. Das ist die Frage, die mich am meisten beschäftigt. Gerade bei den "Psychologie-Schreibtipps Part" stelle ich mir oft die Frage: Wo fange ich am besten an, wenn ich das Gelernte in…